Rosenmedizin

Apothekerrose – Rosa Gallica Officinalis

Die Rosa Gallica wird schon seit dem Altertum zur Herstellung von Rosenwasser, Rosenöl, Rosenessig und getrocknet als Tee verwendet. Bereits die Römer nutzten ihre Heilkräfte, zum Gurgeln im Mund- und Rachenbereich und zur Verbesserung der Wundheilung. Alle Sorten der Rosa Gallica sind einmalblühend und stark duftend und bei Bienen und anderen Wildinsekten höchst beliebt. Die Apothekerrose wird bis zu 150 cm hoch und kann sehr ausladend werden, wenn der Platz ihr zusagt. Sie ist sehr gut winterhart, bildet in der Regel kugelige, dunkelbraune Hagebutten und vermehrt sich oft durch unterirdische Ausläufer – und sie hat eine atemberaubende “Schwester”: Die Versicolor oder auch Rosa Mundi ist eine bereits vor 1583 plötzlich aufgetretene Mutation in Karmesin und Weiß. Gelegentlich tritt bei Ausläufern der Rosa Mundi wieder die ursprüngliche Farbe zutage (siehe Bild): Hier wachsen die ursprünglich gepflanzte Rosa Mundi und die durch deren Ausläufer dazugekommene Apothekerrose zusammen in schönster Eintracht.

 

 

Die magentarote Apothekerrose war im 15. Jahrhundert, zur Zeit der englischen “Rosenkriege”, als ‘Red Rose of Lancaster’ das Symbol des Hauses Lancaster. Ihr gegenüber stand die Rosa alba als ‘Weiße Rose’  des Hauses York. Die Tudor-Rose soll die Vereinigung der beiden Häuser Lancaster und York in der Tudor-Dynastie versinnbildlichen.

                                         

Ein frühes Zentrum des Anbaus von Rosa gallica war die Stadt Provins bei Paris, daher wird sie manchmal auch Provinsrose genannt.

Fotos: © Katharina Floßmann