Rosenmedizin

Der richtige Standort für Ihre Rosen

Eine neue Rose soll Ihren Garten bereichern? Bevor die Pflanze ihren Standort findet, sollte man sich genau überlegen, welche Vorlieben der neue Schützling hat und was man ihm bieten kann – wie in jeder Beziehung ist es von Vorteil, wenn die Vorstellungen hier nicht zu weit auseinander gehen!

Garten oder Balkon?
Haben Sie keinen eigenen Garten? Es gibt auch Sorten, die man auf dem Balkon ziehen kann. Am besten ist es in diesem Fall, Sie lassen sich von einem Fachmann beraten, denn nicht jede Rose duldet es, langfristig in einen Topf gezwängt zu werden. Auch bezüglich der Überwinterung gibt es ein paar Regeln, die man nicht ignorieren sollte, da die Strafe sonst auf dem Fuße folgt. Egal ob Schutz vor Frost, die Frage nach der notwendigen Feuchtigkeit (der schlimmste Feind der Rose im Winter ist nicht der Frost, sondern die Trockenheit!) oder der Sonnenschutz im beginnenden Frühjahr: Rosen im Topf sind pflegebedürftig!

Kleiner oder großer Garten?
Achten Sie beim Rosenkauf auf die Größe! Nicht auf die der Blüten, sondern auf die Größe der ausgewachsenen Rose. Man kann Rosen zwar etwas zuschneiden, stutzen, aber nicht jede Rose lässt ungestraft alles mit sich machen (manche von ihnen sind zwar sehr geduldig, aber das weiß man vorher nicht unbedingt)! Der Platzbedarf ist durchaus von Bedeutung, damit die Rose auch ihre volle Wirkung entfalten kann. Eingezwängt zwischen anderen Sträuchern, womöglich sogar überwuchert, wirkt die Schönste aller Rosen nicht, und am Ende sind Sie enttäuscht, weil Ihre Erwartung nicht erfüllt wurde.

Sonne oder Schatten?
Eigentlich meint man, Rosen wären ausgesprochen sonnenhungrig, und in der Regel stimmt das auch. Aber ob sie vielleicht mit einem halb-schattigen Eck auch zufrieden sind – das bestimmen Rosen auch gerne mal einfach so für sich selbst …
Dabei ist es nicht immer nur die „Sonnenseite“, die ihnen zusagt. Drei meiner historischen Rosen lieben ihren Standort auf der Nordwestseite (und das bei 900 m Höhenlage), sie bekommen nur im Hochsommer wirklich Sonne und werden in schneereichen Wintern schon mal einen Meter hoch zugedeckt, weil die Straße daneben geräumt werden muss. Davon lassen sie sich aber nicht im Geringsten beeindrucken. Sie sind dankbar für paar Schaufeln Kompost im Herbst, etwas Pflegeschnitt im Frühjahr und blühen überreich, wenn ihnen das Wetter zusagt.

Rosa gallica “Charles de Mills”

Fotos: © Katharina Floßmann