Rosenmedizin

Frostschutz bei Rosen

Grundsätzlich muss man nicht alle Rosen einpacken, es schadet ihnen aber auch nicht, wenn es richtig gemacht wird. Die meisten Gartenrosen überstehen unsere Winter schadlos – nur alle paar Jahre gibt es böse Überraschungen, deshalb lohnt es sich, Vorsorge zu treffen und zu wissen, auf welche Rosen man aufpassen sollte: Empfindlich sind die China- und Noisetterosen, evtl. sollte man noch einige Moschusrosen im Auge haben. Bei den modernen Rosen sind es einige der gelben Rosensorten, die zu Frostanfälligkeit neigen.

Frostschutz bei RosenIm Laufe der Zeit lernt man auch hier seine Kandidatinnen kennen, sofern man es nicht schon aus dem Katalog weiß. Manchmal verhilft ein strenger Winter der Rose auch zu einer Zwangsverjüngung. Eine Bekannte von uns traute sich nie, ihre Moschusrosen zu schneiden. Als diese in einem etwas strengeren Winter zurückfroren, sagte sie im Sommer zu mir: „Im Frühjahr habe ich fast geheult, weil ich die Rosen bis auf die Erde zurückschneiden musste. Jetzt muss ich sagen: So üppig und gesund wie dieses Jahr waren sie schon lange nicht mehr!“

Wichtigster Grundschutz ist immer das Einpflanzen der Veredlungsstelle 5 – 8 cm unter das normale Erdniveau, so können sich geschädigte Rosen fast immer wieder regenerieren. Dann empfiehlt es sich, die Rose etwa 10 – 20 cm mit normaler Gartenerde oder Rosenmulch anzuhäufeln. Nicht vergessen, vorher die abgeworfenen Blätter zu entsorgen, damit sich schädliche Pilze darauf nicht vermehren können. Alte Blütenstände kann man im Herbst schon abschneiden, alle anderen Schnittmaßnahmen sollten erst im Frühjahr erfolgen, wenn klar ist, welche Teile erfroren sind und entfernt werden müssen.

Frostschutz ist auch immer Windschutz. Plastikfolien, unter denen die Pflanzen schwitzen und sogar faulen können, sind völlig fehl am Platz. Ganz besonders schlimm für in Plastik eingehüllte Rosen sind Wintertage mit Sonnenschein und Nachtfrost: Tagsüber wird es unter der Folie übermäßig heiß und feucht, nachts friert alles. Gut geeignet sind dagegen alle Materialien, die Windschutz bieten, aber dennoch den Feuchtigkeitsausgleich möglich machen. Was Sie benutzen, bleibt in erster Linie Ihnen überlassen; Sie sollten sich fragen: „Was steht zur Verfügung; und womit kann ich gut arbeiten?“

Hier die Materialien in der Reihenfolge, die bei uns die beste Schutzwirkung gezeigt haben:

  • Tannenreisig
  • Jutegewebe oder Flachsvlies
  • Schilfrohrmatten
  • Kunststoffvlies (offenporig)

Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Gastbeitrag von Werner Ruf von „Bioland Rosenschule Ruf“ – vielen Dank dafür!

Fotos: ©Katharina Floßmann