Rosenmedizin

Hagebutte – gesund und vielseitig

Jetzt ist die ideale Zeit für eine ausgedehnte Wanderung durch die Herbstlandschaft. Nehmen Sie einen kleinen Beutel mit und pflücken Sie wilde Hagebutten ganz einfach im Vorbeigehen vom Strauch am Wegesrand. Aber achten Sie bitte darauf, dass Sie die Früchte nicht an vielbefahrenen Straßen ernten, diese können durch Rückstände von Abgasen und Feinstaub belastet sein. Als Belohnung für die kleine Mühe winkt zuhause ein wohlschmeckender, selbst zubereiteter und gesunder Tee! Hagebutten enthalten sehr viel Vitamin C, das uns ganz besonders im Herbst und Winter gut tut.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die geernteten Hagebutten zu verarbeiten. Am einfachsten ist der frische Tee:
Pro Tasse von 5 bis 6 Hagebutten den Stiel- und den Fruchtansatz entfernen, die Früchte etwas klein schneiden und mit kochendem Wasser übergießen. Dann 10 -15 Minuten ziehen lassen, durch ein feines Sieb abseihen, fertig! Den Tee nach Belieben mit etwas Honig süßen und genießen.

Auch aus den Kernen, Hagebuttennüsschen genannt, lässt sich ein Tee bereiten: Kerne vorsichtig trocknen, auf eine große Tasse etwa 2 Teelöffel Hagebuttenkerne leicht zerstoßen, mit kochendem Wasser aufgießen und 10-15 Minuten ziehen lassen. Der Tee hat einen leichten Geschmack nach Vanille und soll gut sein bei Arthrosebeschwerden.

Achtung: Wenn man die Kerne entfernt, sollte man auch die feinen Härchen entfernen, sie wirken wie Juckpulver und können besonders bei empfindlichen Personen höchst unangenehme Reaktionen hervorrufen! Eventuell sollten Sie hierfür Latexhandschuhe benutzen. Die Hüllen anschließend waschen, damit alle Härchen entfernt werden. Tee aus der ganzen Hagebutte sollte man vor dem Genuss durch ein sehr feines Sieb gießen, damit die Härchen herausgefiltert werden.

Tipp: Aus den Kernen der Hagebutte presst man auch ein wertvolles Öl, genannt Wildrosenöl, das insbesondere zur Hautpflege eingesetzt wird. Erhältlich z. B. bei Primavera.

Wenn Sie doch ins Sammelfieber gefallen sind und mehr gepflückt haben, als Sie sofort verbrauchen können: Hagebutten kann man durch Trocknen leicht haltbar machen. Die Früchte aufschneiden – die Kerne können, müssen aber nicht entfernt werden – und entweder bei etwa 40° mehrere Stunden im Ofen oder in der Nähe der Heizung trocknen. Bitte achten Sie darauf, dass die Schalen möglichst einzeln liegen und gut durchgetrocknet sind, sonst könnten sie zu schimmeln anfangen. Dunkel gelagert in einem gut schließenden Gefäß kann man die Früchte über längere Zeit aufbewahren.

Neben der Herstellung von Tee sind alle erdenklichen Sorten von Hagebutten-Marmeladen, -Chutneys, -Soßen, -Wein etc. sehr beliebt. Die Rezepte dazu finden sich zuhauf im Internet. In Schweden schätzt man zudem eine Spezialität: die Nyponsoppa, eine Suppe aus den Hagebuttenschalen.

Tipp: Pulver von Hagebutten bzw. Hagebuttenkernen der Hundsrose (Rosa Canina) gibt es auch als Nahrungsergänzung in der Apotheke Ihres Vertrauens zu kaufen!

Fotos: ©Katharina Floßmann, Colourbox

Alte Illustration der Rosa Canina. (Illustration aus: Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1885, Gera)