Rosenmedizin

Im Porträt: Hundsrose (Rosa Canina)

Am Hildesheimer Dom wächst der tausendjährige Rosenstock (Foto: Bischöfliche Pressestelle Hildesheim (bph)).

Die Hundsrose (auch Hagrose, Heckenrose, Heiderose, Hagebutte uvm. genannt) ist die mit Abstand häufigste Wildrosenart in Europa. Sie findet sich mit Ausnahme von Finnland und Island überall südlich des 62. Breitengrades sowie in Nordafrika und in Vorderasien. Hundsrose ist nicht deswegen ihr Name, weil sie etwas mit Hunden zu tun hätte – sondern weil sie „hundsgemein“ ist.

Hinter dem Chor des Hildesheimer Doms wächst einer der ältesten Rosenstöcke der Welt, angeblich ist er 1.000 Jahre alt. Ob diese Altersangabe stimmt, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, die Rose kann aber tatsächlich bereits mehrere Jahrhunderte alt sein: Rosa Canina kann sich vegetativ vermehren, das heißt, sie treibt aus unterirdischen Sprossen neue Wurzeln und Triebe aus. Nach einem Bombenangriff im März 1945 lag die Rose verbrannt unter Trümmern des vollständig zerstörten Hildesheimer Doms begraben.
Acht Wochen darauf sprossen aus dem verschütteten Stock 25 neue Triebe hervor, heute hat die Rose an ihren Rankhilfen eine Höhe von 10 Metern erreicht und schmiegt sich um die Apsis des Doms. Wahrscheinlich hatten die auf ihm liegenden Trümmer den Wurzelstock davor bewahrt, ebenfalls verbrannt zu werden, so dass er wieder austreiben konnte.

Eine alte Illustration der Rosa Canina. (Illustration aus: Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1885, Gera)

Eine alte Illustration der Rosa Canina. (Illustration aus: Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1885, Gera)

Video zum Hildesheimer Rosenstock