Rosenmedizin

Rosen für jedes Klima

Wer träumt nicht davon, selbst Rosen im Garten oder wenigstens auf dem Balkon zu haben … Es ist einfach schön, sich wochen- oder sogar monatelang an den Farben und dem Duft zu erfreuen. Dabei stellt sich natürlich die Frage: Welche Rose passt zu mir und zu meinem Garten/Balkon? Bei der inzwischen fast unüberschaubaren Vielzahl der angebotenen Rosen ist sicher auch eine in Ihrer Lieblingsfarbe dabei. Wenn Sie aber möglichst lange Freude an Ihrer Rosen haben wollen, ist eine andere Frage entscheidend:
Welchem Klima ist mein neuer Schützling ausgesetzt?

Mildes Klima:
Wird von allen Rosen vertragen, nur zu trocken oder zu nass sollte es nicht sein. Notfalls muss man/frau gießen bzw. auf einen guten Wasserabfluss achten.

Raue Lagen/Hochlagen: 
Unter den vielen Rosensorten, die es auf der Welt gibt, gibt es auch sehr robuste und frostharte Exemplare. Raues Klima bedeutet ja nicht unbedingt nur lange und kalte Winter, es kann auch nasse, windige und kühle Sommer bedeuten. Bei allen Sortenbeschreibungen ist üblicherweise vermerkt, wie empfindlich oder robust die Rose ist; eine ausführliche Beratung erhalten Sie beim Kauf in Rosenschulen bzw. Gärtnereien.

Wenn die Winter bei Ihnen nicht besonders kalt, aber die Sommer eher nass, windig und kühl sind, dienen Ihnen am besten entsprechende moderne Züchtungen, sie blühen den ganzen Sommer über. Die meisten von ihnen duften allerdings nicht; doch inzwischen gibt es auch moderne Sorten mit dem klassischen Rosenduft, etwa die Züchtungen von Charles Austin.

Falls Sie mit langen und harten Wintern zu kämpfen haben, kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung die „alten“ Sorten ans Herz legen, sie haben sich auch in hohen und rauhen Lagen bewährt (alte Rosen“ oder „historische Rosen“ sind Sorten, deren Rosenklasse bereits vor 1867 in Kultur war; zu diesem Zeitpunkt wurde dann die erste Teehybride eingeführt, mit diesen begann die Ära der „modernen Rosen“).
Meist blühen die historischen Rosen zwar nur einmal, aber dafür entschädigen sie mit verschwenderischem Duft und unglaublicher Zartheit der Blüten: Vergleichen Sie einmal die Blätter einer der alten Sorten mit denen von einer der Züchtungen, die man im Blumenladen kaufen kann!
Eins sollte man allerdings nicht verschweigen: Die zarten Blütenblätter sind regenempfindlich. Falls es also ausgerechnet zur Blütezeit recht nass und feucht ist, hält sich die Pracht in Grenzen. Dann hilft es der Gärtnerseele, öfter einmal ein paar halbaufgeblühte Knospen für die Vase zu schneiden – und auf den nächsten Sommer zu hoffen. Es gibt allerdings auch öfterblühende robuste und gut duftende „historische“ Sorten, wie die Noisette- und Rugosa-Rosen. Letztere punkten zusätzlich mit vielen und großen Hagebutten, die sich sehr gut zu Genuss- und Heilzwecken verwenden lassen.

Noisette-Rose „Madame Alfred Carrière“ im Schnee (900m NN)

Foto: © Katharina Floßmann